Beschreibung
Für die Philosophie gehört die Sprache zu den vornehmsten und wichtigsten Eigenschaften des Menschen: Sie ermöglicht es, eine ganze Welt zu erschließen, auch die intimsten Gedanken zu artikulieren, sich über Wertvorstellungen zu verständigen - und ist entscheidend für die besondere Freiheit und Souveränität, mit denen Menschen ihr Leben führen. Was aber geschieht, wenn wir das Sprechen und Schreiben an Maschinen delegieren? Wenn wir uns von einer künstlichen Intelligenz die Welt erklären, Werte vermitteln und das Denken abnehmen lassen? Der Medienphilosoph und Internetexperte Roberto Simanowski will es genauer wissen und begibt sich auf die Suche nach den atemberaubenden Konsequenzen des großen Souveränitätstransfers, der gerade im Gange ist. Jede Technik hat die Macht, ihren ahnungslosen Nutzern die eigene Logik aufzudrängen. Die sozialen Medien entfesseln einen Kampf um Aufmerksamkeit, das Smartphone verringert die Konzentrationsfähigkeit. Und die Sprachmaschinen? Gewöhnen uns ChatGPT, Copilot oder Gemini das Lesen, Schreiben und Denken ab? Überreden sie uns zu Ansichten, die wir gar nicht haben? Entmündigen sie uns gerade dadurch, dass sie uns so eifrig zu Diensten sind? Und sind sie vielleicht gerade deshalb so gefährlich, weil sie uns all das zu geben scheinen, was wir haben wollen? Simanowski geht diesen und weiteren Fragen nach - mit dem philosophischen Gespür dafür, wie die neue Technik die Situation des Menschen verändern wird.
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Autorenportrait
Roberto Simanowski, Kulturwissenschaftler und Medienphilosoph, lebt in Rio de Janeiro und Berlin und ist Autor von 16 Büchern über Kunst, Kultur und Politik der digitalen Medien. Nach Professuren in den USA, Hongkong und der Schweiz forscht er derzeit als Visiting Scholar an der Harvard University und an der Freien Universität Berlin. Sein Buch Todesalgorithmus. Das Dilemma der künstlichen Intelligenz wurde 2020 mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet.